EKD-Statistik

Evangelische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe 2009

"Unser tägliches Brot gib uns heute." (Matthäus 6, 11)

Die evangelische Entwicklungshilfe ist ein Beitrag zur Förderung von Frieden und Gerechtigkeit sowie Bewahrung der Schöpfung. In Deutschland wird sie von zwei Organisationen getragen, dem Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) und dem Diakonischen Werk.

Internationale Projekt- und Programmförderung des EED*

Der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) unterstützt mit finanziellen Beiträgen, personeller Beteiligung und fachlicher Beratung Kirchen, christliche Organisationen und private Träger, die sich am Aufbau einer gerechten Gesellschaft beteiligen, sich gegen Diskriminierung auf Grund von Rasse, Geschlecht und Religionszugehörigkeit einsetzen und Menschen beistehen, die in Not und Armut leben, deren Menschenwürde verletzt wird oder die von Krieg und anderen Katastrophen bedroht sind. Außerdem ergreift und fördert er Maßnahmen, die in Kirche, Öffentlichkeit und Politik das Bewusstsein und die Bereitschaft wecken, sich für die Überwindung von Not, Armut, Verfolgung und Unfrieden in der Welt einzusetzen und die dazu beitragen können, dass sich die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für eine menschliche Entwicklung verbessern.

Das Haushaltsvolumen des EED beträgt im Jahr 2009 168,9 Millionen Euro. Es wird zu 28,0 Prozent (47,3 Millionen Euro) aus Kirchensteuermitteln, zu 2,9 Prozent (4,9 Millionen Euro) aus Spendenmitteln von "Brot für die Welt", zu 67,2 Prozent (113,5 Millionen Euro) vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und zu 1,9 Prozent (3,2 Millionen Euro) aus sonstigen Einnahmen aus Projekten und Leistungen finanziert. Für die internationale Projekt- und Programmförderung werden 72,1 Prozent, für die Personalprogramme und Stipendien 14,3 Prozent der Haushaltsmittel bereitgestellt. Außerdem werden für die entwicklungsbezogene Förderung in Deutschland und die Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit des EED 3,8 Prozent und für die Programmkoordination und Projektbearbeitung 9,8 Prozent verwendet.

Der EED finanziert Entwicklungsvorhaben von Partnerorganisationen in Entwicklungsländern, führt aber selbst keine eigenen Projekte in Übersee durch. Im Jahr 2009 wurden vom EED 313 internationale Projekte und Programme mit einem Fördervolumen von 121,8 Millionen Euro bewilligt.

Förderung (Sektor) Projekte Mio. EUR Prozent
Stärkung der Zivilgesellschaft
96
38,3
31,4
Integrierte ländliche Entwicklung / städtische Entwicklung
35
20,3
16,7
Bildung
24
10,0
8,2
Gesundheit
17
7,1
5,8
Menschenrechte, Frieden, Frauenförderung, Medien
72
20,5
16,8
Landwirtschaft, Kleingewerbe, Kleinkredit
41
16,5
13,5
Wiederaufbau, Katastrophenvorsorge
2
0,6
0,5
Umwelt und Wasser
11
3,4
2,8
Erneuerbare Energien
2
0,3
0,3
Infrastruktur und soziale Dienste
13
4,8
4,0
Insgesamt
313
121,8
100,0

* Auf Basis der Erhebung 2009

Internationale Projektförderung von "Brot für die Welt"*

"Brot für die Welt" ist eine Aktion der Entwicklungszusammenarbeit, die von allen evangelischen Landes- und Freikirchen in Deutschland getragen wird. Gemeinsam mit der Diakonie Katastrophenhilfe gehört "Brot für die Welt" zum Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche in Deutschland e.V.

"Brot für die Welt" wurde 1959 in Berlin gegründet. In enger Zusammenarbeit mit Partnern in Afrika, Asien, Lateinamerika und Osteuropa unterstützt die Aktion Menschen dabei, ihre Armut zu überwinden. "Den Armen Gerechtigkeit" lautet das Leitmotiv der Arbeit. Derzeit leistet die evangelische Hilfsorganisation in mehr als 1 000 Entwicklungsprojekten Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist es, die Menschen zu befähigen, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen und ihre Rechte einzufordern.

Region Projekte Mio. EUR Prozent
Lateinamerika/Karibik
264
10,1
23,5
Afrika
353
14,4
33,5
Asien/Pazifik
282
11,5
27,0
Europa/Zentralasien
33
1,2
2,9
International
107
5,6
13,1
Insgesamt
1.039
42,8
100,0

Neben Programmen zur Ernährungssicherung bilden die Förderung von Bildung und Gesundheit, der Kampf gegen HIV/Aids sowie Menschenrechts-, Friedens- und Versöhnungsarbeit Schwerpunkte des Engagements. Durch seine Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland und Europa versucht "Brot für die Welt" darüber hinaus, politische Entscheidungen im Sinne der Armen zu beeinflussen und die Öffentlichkeit für deren Nöte zu sensibilisieren.

"Brot für die Welt" finanziert seine Arbeit fast ausschließlich aus Spenden. Hinzu kommen Nachlässe, Bußgelder sowie Beiträge Dritter wie Mittel des Kirchlichen Entwicklungsdienstes, der Europäischen Union sowie von Misereor für gemeinsame Projekte. 2009 erhielt die Hilfsorganisation Finanzmittel in Höhe von 64,7 Millionen Euro, darunter 54,7 Millionen Euro Spenden. Damit wurden 1 039 Projekte in 77 Ländern gefördert.

Mittelverwendung nach Programmprioritäten Prozent
Zugang zu Basisdienstleistungen
23,2
Ernährung sichern
28,5
Gewalt überwinden, Demokratie fördern
23,3
Übergreifende Maßnahmen
16,5
HIV/Aids bekämpfen
8,5
Insgesamt
100,0

* Auf Basis der Erhebung 2009

Internationale Projektförderung der Diakonie Katastrophenhilfe*

Die Diakonie Katastrophenhilfe ist die humanitäre Hilfsorganisation der evangelischen Kirchen in Deutschland. Sie hilft seit über 50 Jahren Überlebenden von Naturkatastrophen ebenso wie Opfern von Krieg oder Vertreibung - unabhängig von deren Nationalität, Religion oder Volkszugehörigkeit. Neben der unmittelbaren Soforthilfe engagiert sie sich beim Wiederaufbau und in der Katastrophenvorsorge.

Dabei fördert die Diakonie Katastrophenhilfe vor allem im Verbund mit dem weltweiten kirchlichen humanitären Netzwerk ACT Allience (Action by Churches Together) die Selbsthilfebemühungen einheimischer Partner.

Die Spendeneinnahmen in 2009 waren mit 6,6 Millionen Euro knapp 28 Prozent niedriger als im Vorjahr (9,2 Millionen Euro). Dies ist insbesondere darauf zurückzuführen, dass im Berichtsjahr mit Ausnahme der Überflutungen in Südost-Asien und des Erdbebens in Indonesien kaum medienwirksame Katastrophen stattgefunden haben. Die "allgemeinen Spendeneinnahmen" lagen mit 3,9 Millionen Euro zwar etwas niedriger als im Vorjahr, gingen aber erfreulicherweise deutlich geringer zurück als die zweckgebundenen Spenden. Insgesamt haben sich die Finanzkrise und das geringe Medieninteresse für verborgene Katastrophen deutlich negativ auf das Spendenergebnis ausgewirkt. Es wurden 141 Projekte in 41 Ländern weltweit durchgeführt.

Region Projekte Mio. EUR Prozent
Afrika
47
12,5
51,2
Amerika
27
3,7
15,0
Asien
47
6,9
28,0
Europa
4
0,5
2,1
International
16
0,9
3,7
Insgesamt
141
24,5
100,0

* Auf Basis der Erhebung 2009

"Evangelische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe" als PDF (1 164 KB) 



erweiterte Suche

 

Themenliste



Das könnte Sie auch interessieren...


EKD-Newsletter

Jetzt anmelden

Immer gut informiert mit dem Newsletter der EKD: kostenlos und schnell.