"Gott mitten im Leben erkennen"

Predigt am Pfingstsonntag von Landesbischof Dr. Johannes Friedrich

Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern

In seiner Predigt am Pfingstsonntag in St. Matthäus in München hat Landesbischof Dr. Johannes Friedrich zu Mut, Zuversicht und Hoffnung aufgerufen angesichts der zahlreichen Probleme in der Gesellschaft, in der Politik und auch in der Kirche: "Die Wirtschaftslage scheint nicht besser zu werden, der Arbeitsmarkt katastrophal erholt sich nicht, das Gesundheitssystem ist überfordert. Viele sind am Ende ihrer Kräfte", so der Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern. In diesen Zeiten seien Tröster gefragt. Gott habe zu Pfingsten als Vermächtnis seinen Heiligen Geist, den Tröster, wie Luther übersetzte, gesandt, der die Menschen begleite und ihnen Trost spende.

Die Kirche übe in dieser Situation den Dienst an den Menschen fruchtbar und nachhaltig aus. Tröster könne man in der Kirche an allen Ecken und Enden sehen: "Wenn Menschen Notleidenden beistehen, wenn Menschen ihn ihrer Freizeit Alte und Kranke besuchen, wenn Menschen stehen bleiben und zuhören, obwohl sie selbst in großer Eile sind, wenn Menschen in Krankenhäuser gehen und dort Sterbende begleiten, wenn Menschen in Notfällen zur Seite stehen, wenn Hilfe und Zuflucht bei Katastrophen gewährt wird", führte Friedrich aus.

Doch nicht erst in schwierigen Situationen sei der Tröster gegenwärtig. Friedrich zitierte Dietrich Bonhoeffer: "Mitten im Leben muss Gott erkannt werden." Das täglich Brot, das wir essen, die Menschen, die uns nahe stehen, die kleinen und großen Freuden des Alltags sollten Anlass geben, Gott mitten im Leben zu entdecken und zu feiern.

München, 8. Juni 2003

Andrea Stocker, Kirchenrätin
Pressesprecherin
der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern



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