Neue jüdische Zeitung will 150.000 Leser weltweit erreichen

epd-Logo Berlin (epd). In Deutschland gibt es eine neue jüdische Zeitung: Mit einer Auflage von 30.000 Exemplaren ist in Berlin die englischsprachige "Jewish Voice from Germany" gestartet. Zielgruppe der 24 Seiten umfassenden Zeitung seien bevorzugt die Juden in Nordamerika, sagte Herausgeber Rafael Seligmann am Dienstag dem epd. Das vierteljährlich erscheinende Blatt richte sich aber auch an diejenigen Deutschen, deren Kenntnis über Juden sich bei Begriffen wie "Wiedergutmachung" und "Israel" erschöpfe.

Die erste Ausgabe kam am Montag auf den Markt. In Deutschland sollen 7.000 Exemplare verkauft werden, Seligman rechnet mit bis zu 150.000 Lesern weltweit. "Viele Juden in Amerika glauben, dass es gar kein jüdisches Leben in Deutschland mehr gibt", sagte er. Dass in Deutschland mittlerweile rund 106.000 Menschen jüdischen Glaubengemeinschaften angehören und die Gemeinden schnell wachsen, sei vielen unbekannt.

Ein weiteres Anliegen sei, an die über 1.700-jährige gemeinsame deutsch-jüdische Geschichte zu erinnern. Kein Land auf der Welt könne auf eine so lange Tradition mit den Juden und auf so starke gemeinsame kulturelle Blütezeiten zurückblicken, sagte Seligmann. "Ich will nicht, dass das zu Ende geht."

Zur fünfköpfigen Redaktion der "Jewish Voice from Germany" gehören laut Seligman Juden und Nichtjuden. Hinzu kommen zahlreiche Autoren und Unterstützer, so stammt ein Beitrag der Erstausgabe von Heribert Prantl von der "Süddeutschen Zeitung". Finanziert werde die Zeitung aus eigenen Quellen, sagte Seligmann, der für die Redaktion zwei Zimmer seiner Privatwohnung in Berlin freigeräumt hat. "Dadurch sind wir völlig unabhängig."

Neben der Printausgabe hat die "Jewish Voice from Germany" auch einen Online-Auftritt. Auf die Website sollen regelmäßig aktuelle Kommentare eingestellt werden. Die nächste Druckausgabe ist für den 2. April geplant.

03. Januar 2012

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